Zehn Jahre Überzeugungsarbeit – Neubeuern beschließt einstimmig sein Klimaschutzkonzept

Ein langer Weg hat endlich sein Ziel erreicht

Es war kein Sprint, sondern ein Marathon. Mehr als zehn Jahre ist es her, dass der Grüne Ortsverband Neubeuern das Thema Klimaschutz erstmals ernsthaft in die kommunale Debatte einbrachte. Klaus Spatzier, damals Mitglied des Gemeinderates, und Viola Frohwein, die noch vor ihrer Zeit im Rat mit intensiver Recherche, Konzepten und unermüdlichem Werben für die Sache tätig war, legten den Grundstein für das, was am 10. März 2026 Wirklichkeit wurde: Der Marktgemeinderat Neubeuern beschloss einstimmig das Integrierte Klimaschutzkonzept der Gemeinde.

Vom Antrag zur Wirklichkeit

Der entscheidende Anstoß zum formellen Verfahren war der Antrag des SPD-Grünen Bündnisses unter der Fraktionsführung von Hubert Lingweiler, einen geförderten Klimaschutzmanager einzustellen. Die Abstimmung darüber war knapp – aber sie fand eine Mehrheit. Entscheidend war dabei die parteiübergreifende Unterstützung von Konrad Stuffer (CSU) und der Fraktion Beurer Bürgernähe, die sich auf die Seite des Antrags stellten und so den Weg freimachten. Das Bundesprogramm bot zudem eine sehr hohe Förderquote – ein handfestes Argument, das die Entscheidung erleichterte. Beauftragt wurde daraufhin Giulio Cocco, der in rund einem Jahr Arbeit ein fundiertes Konzept erstellte: mit einer CO₂-Bilanz der Gemeinde, einer Potenzialanalyse und einem konkreten Maßnahmenkatalog für die Zukunft.

Vier einstimmige Beschlüsse – ein klares Signal

Was der Gemeinderat am 10. März verabschiedete, war weit mehr als ein symbolisches Bekenntnis. Gleich vier Beschlüsse wurden einstimmig gefasst:

  1. Das Integrierte Klimaschutzkonzept wird offiziell anerkannt.
  2. Klimaschutz wird als Querschnittsaufgabe der gesamten Gemeindeverwaltung verstanden – er betrifft alle Bereiche, nicht nur einzelne Zuständigkeiten.
  3. Zur konkreten Umsetzung der Maßnahmen wird die Gründung eines Gemeindewerkes beschlossen.
  4. Es wird die Stelle eines Klimaschutzbeauftragten in der Gemeinde geschaffen – diese übernimmt Konrad Stuffer.

Mehr als ein Beschluss

Für die Initiatorinnen und Initiatoren ist dieser Moment ein besonderer. Hubert Lingweiler und Viola Frohwein bringen es gemeinsam auf den Punkt: „Wir sind über den Ausgang sehr glücklich. Und wir sehen das auch als Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Parteien vernünftig miteinander arbeiten – für die Sache, nicht gegeneinander.“

Eines ist sicher: Energietechnisch wird sich in Neubeuern künftig einiges tun – zum Wohl der Gemeinde, ihrer Bürgerinnen und Bürger, und nicht zuletzt für die Generationen, die nach uns in diesem schönen Ort leben werden. Und das war längst überfällig.

Viola Frohwein (Gemeinderätin) für den OV Die Grünen Neubeuern-Nussdorf

Der vollständige Text des Klimaschutzkonzepts ist auf der Gemeinde-Website unter kulturdorf-neubeuern.de abrufbar.

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